Zivilgesellschaftliche Partizipation in Madagaskar
Obwohl die Anzahl zivilgesellschaftlicher Organisationen in Madagaskar in den letzten Jahren auf einige hundert angestiegen ist, bleibt die Zivilgesellschaft insgesamt schwach entwickelt (Bertelsmann Stiftung 2009: 11). Der Gedanke der Selbsthilfe und der Selbstbemächtigung ist nicht weit verbreitet, so dass zivilgesellschaftliche Organisationen nicht in das alltägliche Leben der Menschen eingebunden sind.
2005 hat sich – mit Unterstützung der amerikanischen Entwicklungsagentur USAID – eine nationale Koalition zivilgesellschaftlicher Organisationen (National coalition of civil society organizations) gegründet (USAID 2005:5).
Rechtlicher Rahmen zivilgesellschaftlicher Beteiligung
Erst die Garantie einiger grundlegender Rechte und Sicherheiten erlaubt das Zustandekommen nachhaltig wirksamer Beteiligung. Meinungs- und Pressefreiheit sowie Versammlungsfreiheit sind in Madagaskar durch die Verfassung garantiert. In der Praxis werden diese Rechte jedoch wiederholt durch die Regierung eingeschränkt (Bertelsmann Stiftung 2009: 8 / Freedom House 2010).
Partizipation an politischen Prozessen zur Armutsbekämpfung
Zivilgesellschaftliche Akteure sind in den nationalen Armutsbekämpfungs-Prozess (PRS-Prozess) über ihre Präsenz im Leitungsgremium und über ihre Mitarbeit in thematischen Arbeitsgruppen involviert. Die Regierung, der Internationale Währungsfond und die Weltbank sowie eine Studie des American Council for Voluntary International Action attestieren der Regierung eine substantielle Einbindung aller gesellschaftlicher Gruppen in die Erarbeitung der vorläufigen und der ersten Armutsbekämpfungsstrategie (PRSP I). Neben der Beteiligung an der Formulierung waren zivilgesellschaftliche Akteure laut Regierungsangaben auch an der Umsetzung der Strategie beteiligt. Bei der Erarbeitung der zweiten Armutsbekämpfungsstrategie (PRSP II) sind, so der Internationale Währungsfond, die partizipativen Elemente gesteigert worden (IDA / IMF 2007: 2).
Zivilgesellschaftliche Beteiligung an der Verwirklichung von Gender-Gerechtigkeit
In Madagaskar gibt es einige zivilgesellschaftliche Organisationen, die sich für Gender-Gerechtigkeit einsetzen. Zu erwähnen sind an dieser Stelle das VMLF (Movement of Women in Politics for Development / Vondrona Miralenta ho an’ny Fampandrosoana), das Netzwerk Simiralenta und die Association of female farmers (Norad 2010: 13). Die Association of female farmers besteht aus 450 Gruppierungen und ist in sechs Regionen tätig. Insgesamt verfügt die Organisation über 5000 Mitglieder.
Verantwortlich: Nina Schröder / Magdalene Pac
E-Mail: nina.schroeder@fh-duesseldorf.de / magdalene.pac@fh-duesseldorf.de
Stand: November 2010
© VENRO und Fachhochschule Düsseldorf
(Forschungsstelle Entwicklungspolitik, Leitung Prof. Dr. Walter Eberlei)
